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Studie: Abnehmen mit Vibrationstraining sehr effektiv

Studie: Abnehmen mit Vibrationstraining sehr effektivIm Jahre 2010 hat der niederländische Physiotherapeut Dirk Vissers eine interessante Studie über die Langzeitauswirkungen von Vibrationstraining auf das Körpergewicht und den Körperfettanteil durchgeführt, die wir unseren Lesern natürlich nicht vorenthalten möchten.

Hierbei handelt es sich um die erste Studie, die sich mit den körperlichen Effekten von Vibrationstraining auf übergewichtige oder fettleibige Personen beschäftigt hat. Vorher waren alle Aussagen reine Mutmaßungen und Spekulationen.

Als Ergebnis kam dabei heraus, dass Vibrationstraining in Kombination mit einer kalorienreduzierten Diät im Bezug auf Abnehmen und Fettverbrennung deutlich effektiver als ein reguläres Sportprogramm sein kann.

Im folgenden Artikel präsentieren wir Ihnen die gesamte Studie von Vissers et al. aus dem Jahre 2010. Die Studie wurde an der Universität von Antwerpen in Belgien durchgeführt und später im renommierten Fachjournal Obesity Facts veröffentlicht. Obesity Facts beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Thema Fettleibigkeit. Zuvor fand die Studie Gehör auf dem Europäischen Kongress für Fettleibigkeit und sorgte dort bereits für Furore.

Ziele der Studie

In der Studie wurden die Effekte von Vibrationstraining in Kombination mit einem Kaloriendefizit auf das Körpergewicht, die relative Körperzusammensetzung (Muskelanteil vs. Fettanteil) und die Risikofaktoren im Bezug auf Übergewicht bei Erwachsenen untersucht.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Die Effekte von Vibrationstraining wurden über einen Zeitraum von einem Jahr hinweg anhand von 61 übergewichtigen oder fettleibigen Versuchspersonen analysiert und ausgewertet. Die meisten Studienteilnehmer waren dabei weiblich.

Das erste halbe Jahr über wurden das Training und die Ernährung von den Studienleitern überwacht, das zweite halbe Jahr sollten die Studienteilnehmer das Programm nach bestem Wissen und Gewissen in Eigenregie weiterführen. Dies hatte den Zweck, die Langzeitauswirkungen zu überprüfen – schließlich schwächelt die Disziplin vieler Menschen, wenn sie sich nicht mehr unter kontrollierten Umständen befinden. Auf diese Weise ließ sich herausfinden, ob die Zwischenergebnisse lediglich Augenwischerei waren.

Die Versuchsteilnehmer wurden jeweils nach drei, nach sechs und nach zwölf Monaten untersucht. Dabei wurde die Technologie der Computertomographie genutzt, um die Entwicklung des Bauchfettes zu untersuchen. Ansonsten mussten sich die Versuchsteilnehmer wiegen und ausmessen lassen.

Die Studienleiter haben die Teilnehmer in vier verschiedene Gruppen eingeteilt:

  1. Kalorienreduzierte Diät ohne Sport
    Ernährungswissenschaftler haben die Ernährungsweise der Gruppenmitglieder in den ersten drei Monaten der Studie alle zwei Wochen individuell an die jeweiligen körperlichen Veränderungen angepasst. In den folgenden drei Monaten statteten sie den Mitgliedern nur einmal pro Monat einen Besuch ab.
    Sport durften die Gruppenmitglieder in den ersten sechs Monaten nicht treiben.
  2. Kalorienreduzierte Diät mit regulärem Sport
    Die zweite Gruppe hat ebenfalls eine kalorienreduzierte Diät durchgeführt – in Kombination mit drei Stunden Sport pro Woche. Zwei Stunden Sport wurden angeleitet und überwacht, der Inhalt der dritten Stunde blieb den Teilnehmern selbst überlassen. Das Sportprogramm bestand hauptsächlich aus Fahrradfahren, Schwimmen, Laufen, Step-Aerobic und leichtem Kraftsport.
  3. Kalorienreduzierte Diät mit Vibrationstraining
    Die dritte Gruppe sollte keinen regulären Sport durchführen, sondern sich lediglich an das vorgeschriebene Vibrationstraining in Kombination mit der kalorienreduzierten Ernährung halten. Das Training mit der Vibrationsplatte wurde dabei in Bezug auf Geschwindigkeit und Intensität kontinuierlich gesteigert. Während anfänglich nur zehn verschiedene Übungen über einen Zeitraum von 30 Sekunden auf der Vibrationsplatte durchgeführt wurden, waren es später 20 Übungen über einen jeweiligen Zeitraum von 60 Sekunden.
    In den ersten drei Monaten verbrachten die Teilnehmer rund 11,9 Minuten pro Session auf der Vibrationsplatte, in der zweiten Hälfte des ersten halben Jahres 14,2 Minuten.
  4. Kontrollgruppe
    Die vierte Gruppe diente als Kontrollgruppe, die weder eine kalorienreduzierte Ernährungsweise, noch eine bestimmte Form von Sport betreiben durfte. Dennoch handelte es sich hierbei ebenfalls um übergewichtige bzw. fettleibige Teilnehmer, damit die Ergebnisse vergleichbar blieben.

Welche Ergebnisse kamen dabei heraus?

Nach dem Zeitraum von einem Jahr gab es lediglich zwei Gruppen, die es geschafft haben, ihr Körpergewicht um mehr als 5% zu reduzieren – nämlich die zweite und die dritte Gruppe, die regulären Sport bzw. Vibrationstraining betrieben haben. Laut Studienleiter Vissers reicht dieser Gewichtsverlust bereits aus, um gesundheitliche Vorteile daraus zu ziehen.

Im ersten halben Jahr konnte die erste Gruppe (nur Diät) einen Gewichtsverlust von 6% verzeichnen, die zweite Gruppe (Diät und regulärer Sport) sogar 7%. Die dritte Gruppe (Diät und Vibrationstraining) verlor im Durchschnitt sogar satte 11% ihres ursprünglichen Körpergewichts.

Im Endeffekt zählen jedoch nur die Langzeitergebnisse, die ohne den Einfluss der Studienleiter und ohne Anleitung auch ein halbes Jahr später erzielt wurden. Nach einem Jahr inklusive sechs Monate Selbstkontrolle rutschte der Gewichtsverlust der ersten Gruppe unter die 5%-Marke, der der zweiten Gruppe von 7 auf 6,9% und der der dritten Gruppe von 11 auf 10,5%. Die Kontrollgruppe legte um 1,5% zu.

Des Weiteren verlor die Gruppe, die das Vibrationstraining durchgeführt hat, über das Studienjahr hinweg insgesamt 47,7 cm² viszerales Fett, wohingegen die Gruppe, die regulären Sport betrieben hat, lediglich 1,6 cm² verloren hat. Bei der Gruppe, die nur eine kalorienreduzierte Diät durchgeführt hat, waren es insgesamt 7,5 cm².

Was bedeuten diese Ergebnisse?

Die Ergebnisse sind zwar äußerst vielversprechend, dennoch sollte man den Wert einer kalorienreduzierten Ernährungsweise und von regulärem Training nicht unterschätzen. Vibrationstraining ist allerdings die ideale Ergänzung, da die Muskelkontraktion durch die Vibrationsplatte zu sauberem Muskelaufbau führt – insbesondere in der Tiefenmuskulatur, die man mit vielen normalen Sportarten gar nicht erst erreicht.

Der Studienleiter Dirk Vissers betont zuletzt, dass man nicht denken sollte, dass Vibrationstraining funktioniert, indem man sich einfach auf die Vibrationsplatte stellt. Wenn das Training nicht anstrengend ist, dann macht man etwas falsch. Insbesondere am Anfang benötigt man quasi zwangsläufig die Einführung durch eine geschulte Person, die einem die besten Übungen nahelegt und vor allem zeigt, wie man diese richtig durchführt. Erst dann betreibt man effektives Vibrationstraining.

In zukünftigen Studien möchte Vissers erforschen, wieso das Vibrationstraining in seiner Studie besser abschnitt, als das reguläre Sportprogramm. Er mutmaßt, dass die verbesserte Durchblutung oder auch die Ausschüttung von speziellen Hormonen mit dem Erfolg des Trainings auf der Vibrationsplatte in Zusammenhang stehen könnten.

Unsere Anmerkungen

Wir hätten uns gewünscht, dass es noch eine fünfte Gruppe gegeben hätte, die das Kaloriendefizit, Fitness- und Vibrationstraining miteinander kombiniert hätte. So hätte man gesehen, ob man sich noch weiter steigern könnte, was die Effektivität beim Abnehmen und beim Senken des Körperfettanteils angeht.

Zusammenfassung

  • Kaloriendefizit, Fitnesstraining und Vibrationstraining senken auch einzeln das Körpergewicht
  • Mit Fitness- und Vibrationstraining nimmt man am meisten ab
  • Mit Vibrationstraining senkt man den Körperfettanteil noch effektiver als mit Fitnesstraining

Quellenangaben

Bericht über die Präsentation beim Europäischen Kongress für Fettleibigkeit: http://www.eurekalert.org/pub_releases/2009-05/eaft-svp050709.php

Studie: http://www.karger.com/Article/Abstract/301785

Vissers et al. (2010). Effect of Long-Term Whole Body Vibration Training on Visceral Adipose Tissue: A Preliminary Report. Obesity Facts 2010, 3(2): 93-100. doi: 10.1159/000301785. Online published April 7, 2010.