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Die Geschichte des Vibrationstrainings

Die Geschichte des VibrationstrainingsWer denkt, dass das Vibrationstraining eine Erfindung der letzten ein bis zwei Jahrzehnte sei, der irrt sich gewaltig: Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es einige Forscher, die sich eingehend mit dem Thema Vibrationstraining beschäftigt haben. Vermutlich wäre dies sogar schon früher passiert, allerdings waren Elektrizität und Dampfmaschinen unerlässlich, um die ersten Schritte auf diesem Gebiet zu wagen.

Heute möchten wir Ihnen die wichtigsten Etappen auf dem Weg von einer dampfenden und holprigen Maschine bis hin zu jetzigen modernen Vibrationsplatten präsentieren. Wo hatte die Vibrationsplatte ihren Ursprung? Wer war an der Entwicklung beteiligt?

Die Ursprünge im 19. Jahrhundert

Die erste Station auf unserer Reise zur heutigen Vibrationsplatte befindet sich in Schweden. Hier entwickelte der schwedische Physiotherapeut und Arzt Gustav Zander in den 1860er Jahren die erste dampfbetriebene Apparatur, die zur sogenannten Mechano-Therapie eingesetzt werden konnte. Er gilt heute als einer der Begründer der modernen Sportmedizin.

Auf der anderen Seite des Atlantiks entwickelte der US-Amerikaner George Taylor ungefähr zur selben Zeit, nämlich 1869, eine Apparatur, die die Arme und den Rücken des Patienten mit Vibrationen behandelt hat.

Nun kam der US-amerikanische Arzt John Harvey Kellogg ins Spiel: Er war Leiter des Battle Creek Sanitarium in Michigan und setzt dort unter anderem vibrierende Stühle zur Behandlung seiner Patienten ein. Er versprach sich damit eine Steigerung des Wohlbefindens der Patienten. Übrigens: Kellogg war auch der Erfinder der Cornflakes und der Erdnussbutter.

1880 versuchte der französische Neurologe Jean-Martin Charcot die Parkinson-Krankheit mit Hilfe von vibrierenden Stühlen zu behandeln – allerdings ohne Erfolg.

Die Vibrationsplatte im 20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert war es erst einmal lange Zeit still um die Vibrationsplatte. 1960 tauchte sie allerdings in Ostdeutschland wieder auf, als W. Biermann sein Werk über die Effekte von zyklischer Oszillation auf den menschlichen Körper veröffentlichte (Influence of cycloid vibration massage on trunk flexion, American Journal of Physical Medicine. 39: 219–224). Diese Daten dienten allen folgenden Ärzten, Erfindern und Professoren, die sich mit dem Thema Vibrationstraining auseinandergesetzt haben, als Leitfaden.

10 Jahre später, um das Jahr 1970 herum, griff der russische Wissenschaftler Vladimir Nasarow diese Erkenntnisse auf und entwickelte ein Gerät zur Stimulation von bestimmten Körperstellen, um eine Leistungssteigerung herbeizuführen. Er beobachtete nach dem Vibrationstraining eine Steigerung der Flexibilität und der Stärke bei seinen Athleten. Er war übrigens auch Mitglied des sowjetischen Turnerteams, was seine Beweggründe erklärt.

Das Wissen, welches Nasarow anhäufte, wurde von den Russen danach auch in deren Raumfahrtprogramm angewendet. Vibrationstraining konnte genutzt werden, um Muskel- und Knochenschwund im Weltall zu verhindern bzw. zu verlangsamen. Jedoch: Die Wirkung im Weltall ist bis heute sehr umstritten. Die Vertreiber von Vibrationsplatten werben gerne damit, dass diese in der Raumfahrt genutzt werden, dies entspricht jedoch nicht der Wahrheit. Zwar haben beispielsweise die NASA und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ihre Fühler ausgestreckt, zum Einsatz auf der ISS oder ähnlichen Raumstationen kam das Vibrationstraining jedoch nie.

Vibrationstraining in der Gegenwart

Vibrationsplatten für den Gebrauch Zuhause oder in Fitnessstudios werden seit dem Jahr 1996 vertrieben. Heutzutage kann man die Platten entweder im Fitnessstudio nutzen, wobei man aufgrund der hohen Preise für professionelle Vibrationsplatten meist einen Aufpreis auf die monatliche Gebühr zahlen muss, oder aber man besorgt sich ein günstiges Modell für Zuhause und führt seine Übungen dort aus.

Man sieht: Die Vibrationsplatte ist heutzutage für jedermann erreichbar und nicht nur ein Hirngespinst von Wissenschaftlern aus einer längst vergangenen Epoche.

Quellenangaben